Ressler, Otto Hans, Die Verleumdung

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Beschreibung

Otto Hans Ressler hat eine höchst spannende Novelle geschrieben, wobei als historische Hintergrundfolie der fast vergessene Antisemitismus vor 1914 in der Habsburger Monarchie dient. Die Hauptfigur, der Fabrikant Baron Salomon Schön, klagt den rechtsradikalen Reichsratsabgeordneten Gerwald Holomek, Mitglied der Alldeutschen Vereinigung, auf Ehrenbeleidigung und Rufschädigung. Dabei bezieht sich Ressler sogar durch wörtliche Zitate auf die real existierende Figur Georg von Schönerers, der Ende des 19. Jahrhundert die »Alldeutsche Bewegung« gegründet hatte. Mit seinen antikatholischen und antisemitischen deutschnationalen Hetzparolen hat dieser nicht nur den Reichsrat, sondern auch die schlagenden Burschenschaften an den Universitäten der Habsburger Monarchie in Aufruhr und Gewaltexzesse versetzt. Gerade die Printmedien, die in dieser Novelle eine zentrale Rolle spielen, prägen die heftigen antisemitischen Polemiken vor dem Ersten Weltkrieg und tragen durch ständige Wiederholung die Propaganda-Lüge einer jüdischen Weltverschwörung. Wer heute diese zahlreichen antisemitischen Presseorgane liest, findet kaum mehr Unterschiede zur nationalsozialistischen Propaganda ab den 1920er Jahren.  Fiktiv hat der Autor zwei Tote produziert, so wurde es auch ein Kriminalroman. 128 S., brosch.